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Artenschutzprojekte

Der Naturpark Obersauer ist an einer ganzen Reihe von Artenschutzprojekten beteiligt. So ist u.a. die Biologische Station Naturpark Öewersauer für die Umsetzung der für die Region in Frage kommenden Artenschutzpläne zuständig, wie sie die Luxemburger Regierung im Nationalen Naturschutzplan (Plan National pour la Protection de la Nature) vorgesehen hat.

Erwähnenswert sind für das Territorium des Naturparks unter anderem die Artenschutzpläne für Steinkauz, Raubwürger, Haselhuhn und Schlingnatter, sowie das Artenschutzprogramm „Combles et clochers“ zum Erhalt der Fledermäuse. Für andere Arten wurden, bzw. werden Europäische Schutzprogramme (u.a. im Rahmen des LIFE Programmes) auf die Beine gestellt. Als Beispiel seien hier das LIFE-Fischotter Projekt oder ein Projekt zum Erhalt der Bachmuschel erwähnt.

Wildbienenschutz

Die Situation der Honigbienen hat sich in den letzten Jahren drastisch zugespitzt. Weltweit berichten Imker von einem dramatischen Rückgang ihrer Bienenvölker. Die Honigbiene wird gerne als Aufhänger für das große Bienensterben genutzt, da sie den meisten Leuten als Honigproduzent und Bestäuber bekannt ist. Doch auch Wildbienen, von denen es in Luxemburg fast 350 Arten gibt, spielen eine sehr wichtige – und oft unterschätzte – Rolle als Bestäuber. Neue Studien haben ergeben, dass der Ertrag in der Obstproduktion um bis zu 30% erhöht werden kann, wenn viele Wildbienenarten vorhanden sind. Insgesamt wird der Wert der Bestäubung durch Bienen weltweit auf 153 Milliarden Euro geschätzt. Wir können es uns also schlicht auch wirtschaftlich nicht leisten unsere Bienen zu verlieren.

Das Schöne ist, dass jeder einzelne von uns dabei helfen kann den Wildbienen etwas Gutes zu tun. Weitere Informationen zu diesem Thema, sowie eine Liste mit Bienenpflanzen für den Garten und Bauanleitungen für Nisthilfen finden Sie in folgenden Informationsblättern:

Fledermausschutz - Das Projekt "Combles et clochers"

Der Naturpark Obersauer bemüht sich, gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum und der Naturverwaltung, seit Jahren um den Schutz der Fledermäuse. Leider herrscht in unserer Region immer noch ein gravierender Mangel an geeigneten Quartieren für Fledermäuse.

Eine besondere Rolle kommt dabei den Kirchen zu, deren große Dachräume hervorragende Fledermausquartiere darstellen, die in den letzten Jahrzehnten aber meist vergittert wurden um Tauben am Eindringen zu hindern.

Um diesen Mangel zu beheben, hat sich die Biologische Station Naturpark Öewersauer das Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, die Kirchen des Naturparks weitgehend wieder als Lebensraum für Fledermäuse zu öffnen. Dabei werden in der Regel im Kirchendach oder am Kirchturm Öffnungen angebracht, die Fledermäusen das Einfliegen ermöglichen, für Tauben aber zu eng sind.

So konnten in Zwischenzeit wieder eine ganze Reihe von Kirchen im Naturpark von Fledermäusen heimgesucht werden. Um den Erfolg der Maßnahmen zu dokumentieren werden die einzelnen Kirchen regelmäßig von Naturparkmitarbeitern kontrolliert. Wir danken an dieser Stelle den Gemeinden für ihren wertvollen Beitrag in Sachen Artenschutz.

Fischotterschutz

„Life-Natur Fischotter“, diesen Namen trug ein länderübergreifendes Projekt zur Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensräumen für den Fischotter in den Einzugsgebieten der Our, der Ourthe und der Sauer. Der eurasische Fischotter (Lutra lutra), ein semi-aquatisches Säugetier, ist geradezu ein Symbol für den Naturschutz geworden und steht als Leittierart für das gesamte Ökosystem "Gewässer ". Sein Vorkommen gilt als Zeichen dafür, dass sich die Gewässer und Feuchtgebiete in einem ökologisch intakten Zustand befinden. Die Fischotterpopulationen sind im vergangenen Jahrhundert jedoch in weiten Teilen Europas - und so leider auch in unserer Gegend - stark zurückgegangen bzw. vollständig erloschen.

Auch wenn der Otter europaweit streng geschützt ist, so ist er doch noch immer stark bedroht. Wesentliche Gefährdungsursachen sind nach wie vor z.B. Lebensraumverlust, Isolierung von Populationen, Verschmutzung der Gewässer, Verschlechterung des Nahrungsangebotes, Straßenverkehr, ... Durch entsprechende Schutzvorkehrungen z.B. in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, hat der Fischotter inzwischen wieder begonnen ehemalige Lebensräume zurückzuerobern. Bedingt durch die geographische Lage, kommt der Großregion eine Schlüsselfunktion bei der Vernetzung dieser derzeit isolierten Populationen zu, und somit wurde das grenzüberschreitende Life-Projekt zur Erhaltung und Wiederherstellung des Lebensraumes des Fischotters beantragt.

Ziel des Life-Natur Projektes ist es insgesamt den Lebensraum des Fischotters aufzuwerten und so die Lebensbedingungen der Art zu verbessern. Eine Wiederansiedlung an den verschiedenen Gewässern durch die sich ausbreitenden Populationen in den Nachbarländern soll so begünstigt und der mögliche Austausch zwischen den einzelnen Individuen und Populationen gefördert werden. Die im Rahmen des Life-Fischotter-Projektes vorgesehenen Maßnahmen werden ausschließlich in den verschiedenen "Natura 2000" Gebieten des Projektareals durchgeführt und beinhalten u.a.: Grunddatenerfassung, Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes, Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Gewässer sowie Öffentlichkeits- und Sensibilisierungsarbeit.

Projektpartner:

  • Parc Naturel Haute-Sûre et Forêt d'Anlier (B)
  • Parc Naturel des Deux Ourthes (B)
  • Parc Naturel Hautes-Fagnes / Eifel (B)
  • Naturpark Our (L)
  • Naturpark Obersauer (L)
  • Centre de Recherche Publique Gabriel Lippmann (L)
  • Stëftung Hëllef fir d'Natur (L)

Weitere Infos finden sie auch im Faltblatt:

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Das Haselhuhn

Der Naturpark Obersauer setzt u.a. den nationalen Artenschutzplan für das Haselhuhn (Bonasa bonasia) in der Region um. In diesem Sinne hat auch das LEADER-Projekt "Lohhecken: Energie- und Biotopspender" eine Wiedereinführung der Niederwaldbewirtschaftung zur mittelfristigen Wiederherstellung des Lebensraumes des Haselhuhns mit Nutzung des Holzes als Energieträger zum Ziel.

Wegen Unrentabilität der Niederwaldnutzung verschwand im Laufe der letzten Jahrzehnte eine der traditionellsten Waldbewirtschaftungsformen der Region. Dabei ging nicht nur eine wichtige Energiequelle, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für das Haselhuhn verloren. Seit den 1980er Jahren wird das Haselhuhn immer seltener und mittlerweile wird der Bestand in Luxemburg auf nur noch 60-100 Brutpaare geschätzt, die u.a. durch dieses Projekt geschützt werden sollen.

Maßnahmen des Projektes sind u.a.: Information der Akteure (Privatwaldbesitzer, Gemeinden, Verwaltung,....) und Suche nach geeigneten Flächen für die Wiederaufnahme der Niederwaldnutzung, Wiedereinführen der Niederwaldbewirtschaftung mit Nutzung des Holzes als Energieträger, Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit und der Schulklassen, wissenschaftliche Studien und Monitoring bekannter Haselhuhnvorkommen, wissenschaftliches Kolloquium, …

Das LEADER-Projekt „Lohhecken: Energie- und Biotopspender“: ein Projekt des Naturpark Obersauer in Zusammenarbeit mit dem Bëschverein Wolz und mit der Unterstützung von natur&ëmwelt - Natur- a Vulleschutzliga, der Natur- und Forstverwaltung sowie mit finanziellen Beihilfen des Ministeriums für Landwirtschaft , Weinbau und ländliche Entwicklung im Rahmen des EU-Programms LEADER „Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete“.

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Der Aktionsplan "Raubwürger"

Der Raubwürger (Lanius excubitor) - eine etwa amselgroße Vogelart, die leicht an ihrer charakteristischen schwarzen Gesichtszeichnung und dem weiß-grauschwarzen Gefieder zu erkennen ist - lebt in Landschaften mit abwechslungsreich strukturiertem Grünland (Weiden und Wiesen), zuweilen auch mit eingestreutem Ackerland und Einzelbüschen oder Bäumen als Nistgelegenheit und Sitzwarten. Der Raubwürger ist eine europaweit gefährdete Art. In Luxemburg brüten noch etwa 100 Paare, von denen jedoch auch viele akut gefährdet sind.

Hauptgefährdungsursachen sind: das Verschwinden von Hecken, Bäumen und Obstwiesen oder das Zurückschneiden von Landschaftshecken zu Kastenhecken; die Intensivierung der Grünlandnutzung; die Aufdüngung von Grünland; der Einsatz von Pestiziden; das Fehlen von Brachen und mageren Säumen; die Befestigung von Erdwegen; die Störung durch Freizeitnutzung und andere Aktivitäten in der Landschaft.

Deshalb ist es besonders wichtig Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um diese seltene Art zu retten und die Raubwürgerreviere langfristig zu schützen, so z.B.: Anpflanzen von Sträuchern und Bäumen in ausgeräumten Landschaften, um ausreichend Brutplätze und Sitzwarten zu schaffen; extensive Beweidung oder Wiesennutzung über Bewirtschaftungsverträge in den Nahrungsrevieren; Erhaltung von unbefestigten Wegen und mageren Wegböschungen oder Feldrainen; kein Bau von neuen Wegen mehr im Bereich von Raubwürgerrevieren resp. Lenkung der Freizeitnutzung, um zu starke Störungen zu vermeiden; …

Das Raubwürgerschutzprojekt wird im Rahmen des Nationalen Naturschutzplanes vom Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, Abteilung Umwelt, unterstützt.

Steinkauz-Schutz

Der Steinkauz (Athene noctua) ist in den letzten Jahrzehnten in Luxemburg zunehmend seltener geworden und steht kurz vor dem Aussterben. Unter anderem machen der Rückgang von geeigneten Jagdrevieren und das Fehlen von brauchbaren Nistmöglichkeiten der kleinen Eulenart das Leben schwer. Der Naturpark Obersauer setzt u.a. den nationalen Artenschutzplan für den Steinkauz in der Region um. Auch wenn die Gegend um den Stausee nie eine ausgesprochene Steinkauzregion war, so steht neben gezielten Monitoringmaßnahmen u.a. auch das Anbringen von Nistkästen, sogenannten „Steinkauzröhren“ auf dem Programm. Auch die Aufwertung unserer Landschaft mit extensiver Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden und das Wiederanlegen von Streuobstwiesen am Dorfrand sind wertvolle Beiträge in Sachen Steinkauzschutz.

Das Steinkauzprojekt wird im Rahmen des Nationalen Naturschutzplanes vom Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, Abteilung Umwelt, unterstützt.

Schlingnatter-Monitoring

Die bei uns seltene Schlingnatter (Coronella austriaca) ist eine von nur 2 in Luxemburg vorkommenden Schlangenarten. Im Gegensatz zur weitaus häufigeren Ringelnatter (Natrix natrix) die wir oft in Gewässernähe finden, mag die Schlingnatter es eher trocken. Sie bevorzugt offenes oder halboffenes sonniges und warmes Gelände mit wärmespeicherndem Untergrund und niedriger Vegetation. Die südexponierten Hänge der Naturparkregion mit ihrem dunklen Schiefergestein und nährstoffarmen Böden scheinen für sie also wie geschaffen. Dennoch gibt es nur sehr wenige Nachweise dieser Art aus dem Ösling.Die Biologische Station Naturpark Öewersauer hat sich deshalb der Schlingnatter angenommen und betreibt seit 2011 ein Monitoring-Programm. Mit Hilfe von sogenannten Schlangenbrettern sollen die Tiere angezogen und ihre Präsenz durch regelmäßige Kontrollgänge dokumentiert werden.

Das Schlingnatter-Monitoring wird im Rahmen des Nationalen Naturschutzplanes vom Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, Abteilung Umwelt, unterstützt. Die Schlingnatter ist übrigens genau wie die Ringelnatter ungiftig und somit völlig ungefährlich.

Der Pyramiden-Günsel

Der Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis) ist eine bei uns sehr seltene Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler. Sie ist mit ihren kleinen blauen Blüten, ihren rot-violett überlaufenen Hochblättern und der pyramidenförmigen Wuchsform eigentlich leicht zu erkennen. Interessant ist, dass die Art hauptsächlich in den zentralen und südlichen Alpen sowie in den Gebirgen Süd- und Nordeuropas vorkommt. Umso erstaunlicher sind die teils beachtlichen Vorkommen in der Stauseeregion. Um die Evolution der verschiedenen Populationen zu dokumentieren und die stellenweise durchgeführten Pflegemaßnahmen gegebenenfalls anzupassen führt die Biologische Station Naturpark Öewersauer jedes Jahr ein Monitoring aller bekannten Stationen der Region durch.