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Koordination und Vernetzung

Der Naturpark Obersauer verfolgt das Ziel, sich als Koordinations- und Vernetzungsplattform für eine partnerschaftlich und nachhaltig ausgerichtete Entwicklung der Obersauer Region weiterzuentwickeln. Zusätzlich will der Naturpark aber auch im nationalen und grenzüberschreitenden Kontext handeln.

Der Naturpark setzt sich ein für:

  • Die Förderung einer nachhaltigen Siedlungspolitik (z.B. Dorfentwicklung, nachhaltiges Bauen, Energieberatung).
  • Die Verbesserung der regionalen Koordination bei der Planung und Umsetzung regional bedeutsamer Gebietsausweisungen, Infrastrukturmaßnahmen und Konzepten im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung (z.B. Webgis, Besucherlenkung am See, Ausweisung von Naturschutzgebieten, LEADER, Landakademie, mit dem Office Régional du Tourisme des Ardennes Luxembourgeoises, Netzwerk der Naturparke).
  • Die Unterstützung der regionalen Wirtschaft und der Erwerbstätigen zur Verbesserung der regionalen Wertschöpfung und der sozioökonomischen Entwicklung der Region (z.B. „vum Séi“-Produkte, Guichet Unique PME).

Durch verschiedene Programme der EU wird ein grenzübergreifendes Zusammenarbeiten ermöglicht und gefördert:

Gewässervertrag

Das Modell des Gewässervertrags, bei dem es um den einzugsgebietsbezogenen Gewässerschutz geht, stammt aus Belgien. Unter Beteiligung aller Akteure am Gewässer wird ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, indem verschiedenste Maßnahmen zum Gewässerschutz festgehalten sind. Der Maßnahmenplan (2008-2011) des Gewässervertrags Obersauer gliedert sich in die folgenden Themenbereiche:

  • Wasser und Landwirtschaft
  • Wasser und Fischerei
  • Wasser und Hydrologie
  • Wasser und Biodiversität
  • Wasser und Kommunikation
  • Wasser und Tourismus

Mehr Informationen zu den Maßnahmen finden Sie hier.

Der Gewässervertrag wurde im Rahmen eines Interreg III Projektes von 2006 bis 2008 aufgebaut. Es wurde ein Flusskomitee gebildet, bei dem jeder Interessierte gerne mitmachen kann. Hieraus wurden die Arbeitsgruppen gebildet, welche die einzelnen Themenbereiche ausarbeiten und Maßnahmen vorschlagen, welche im Flußkomitee dann zur Abstimmung stehen.

Im Rahmen des Flusskomitees wurden auch ein Exekutivbüro und ein Präsident bestimmt, welche im engen Kontakt mit der Projektkoordination die Durchführung der Arbeiten betreuen. Die Projektkoordination arbeitet mit der Projektkoordination in Belgien eng zusammen, auch ein grenzüberschreitendes Flusskomitee besteht.

Die Umsetzung des Massnahmenkatalogs erfolgt unter anderem durch das Interreg IV A Projekt „PACTE Haute-Sûre“. So konnten in der Vergangenheit im Einzugsgebiet der Sauer viele gemeinsame, grenzüberschreitende Aktionen stattfinden und ein Austausch über die politische Grenzen hinweg ist gewährleistet.

Energieberatung

Zusammen mit myenergy, der Luxemburger Anlaufstelle für Information, Bildung und Beratung in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energiequellen, bietet der Naturpark Obersauer seit dem 1. Mai 2012 den Haushalten verschiedene Angebote zum Thema Energieeffizienz an.

Die Eröffnung eines myenergy-Infopoints im Naturparkzentrum in Esch/Sauer bietet den Bürgern der Naturparkgemeinden Gelegenheit, sich in ihrer Region zu energetischen Fragen schnell und unbürokratisch zu informieren. Die nationale Struktur myenergy garantiert eine in Inhalt und Qualität harmonisierte Beratung.

Folgende Dienstleistungen werden den Einwohnern des Naturparks angeboten:
- Kostenlose Grundberatung im Naturparkzentrum in Esch/Sauer
Die kostenlose Grundberatung bietet Gelegenheit, persönliche Fragen und Pläne zur Energieeffizienz und zu erneuerbaren Energien mit einem Energieberater zu diskutieren und hierzu Grundinformationen zu erhalten.
- ausserdem: Themenabende, Energie-Tours mit Besichtigung von Best-Practice-Beispielen, Workshops zum Thema für Kinder und Jugendliche, usw

Mehr Infos im Naturparkzentrum unter der Nummer: 89 93 31 - 1

Netzwerk der Naturparke

Das „Netzwerk der Naturparke in der Großregion“, ein Projekt, das von europäischen Fonds kofinanziert wurde, ist eine Zusammenarbeit auf Ebene der Großregion. Ziel ist unter anderem, die Zusammenarbeit zwischen den Naturparken zu verbessern und diese als touristische und kulturelle Ausflugsziele zu etablieren.

Dieses Netzwerk vereint zurzeit neun Mitglieder und einige strategische Partner, die ihren Sachverstand und ihr Know-how dazu beitragen. Zahlreiche konkrete Aktionen wurden bisher im Rahmen dieses Projektes durchgeführt, das im November 2008 begonnen und im Oktober 2011 geendet hat. Aber auch über die Projektlaufzeit hinaus wird das Netzwerk aktiv bleiben und die Großregion verbinden.

So war es in ganz unterschiedlichen Bereichen aktiv: die Ausbildung technischen Personals zum differenzierten Grünflächenmanagement, Geocaching-Geogames, historisches Erbe der Konflikte auf dem Gebiet der Großregion und der Naturparke („Erinnerungsraum“), Umwelterziehung, Barrierefreier Tourismus…

Um die Naturparke ins richtige Licht zu rücken, hat Raymond Clement, luxemburgischer Fotograf – und Fan der Naturparke –, wunderbare Landschaftsfotos in den Naturparken aufgenommen (siehe unten).

Im Rahmen dieses Projektes hat das Netzwerk der Naturparke in der Großregion eine Werbefläche auf der Außenfläche eines Heißluftballons gekauft. Im Laufe der Jahre wird dieser regelmäßig in der Großregion unterwegs sein und somit Werbung für die Naturparke und das Netzwerk in der überflogenen Region machen.

Außerdem wurde ein Film gedreht, welchen sie sich hier an schauen können.

Life- Fischotter

Der Fischotter ist zu einer der Vorzeigearten des Naturschutzes geworden. Nachdem er in großen Teilen Europas als ausgestorben oder fast ausgestorben galt, beginnen sich in letzter Zeit einige Populationen wieder zu erholen, so auch in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Der Großregion fällt somit eine Schlüsselfunktion bei der Vernetzung dieser Populationen zu und eine Aufwertung des Lebensraumes des Fischotters scheint von europäischem Interesse. Somit begann 2003 das Life-Fischotter Projekt, ein Projekt das von der Europäischen Kommission Co-finanziert wird und sowohl Partner in Luxemburg und Belgien umfasst. Life ist das Umweltschutzinstrument der Europäischen Kommission und fördert Projekte in den Bereichen Naturschutz, Umweltpolitik, Umweltsensibilisierung.

Näheres zum Life-Fischotter Projekt finden sie im Bereich Artenschutzprojekte.

Blue Spot – Hot Spot

Im Rahmen des Interreg IVA Projekts „Blue Spot-Hot Spot“ bei dem es um die jugendtouristischen Angebote an Gewässern in Eifel und Ardennen geht, wurde eine Idee einiger Einwohner des Naturparks aufgegriffen.

Während eines Workshops wurde der Wunsch geäußert, einen Wasserspielpark in der Region zu bauen. Die Verantwortlichen des Naturparks haben diese Idee während des vergangenen Jahres weiterentwickelt. Ziel soll ein touristisches Angebot sein, das speziell für Familien mit Kindern attraktiv ist und zum Thema Stausee und Trinkwasser sensibilisiert. Ein möglicher Standort wurde im Rahmen der Vorplanungen ausgewählt, nämlich Bavigne.

Die Stauseegemeinde hat ihr prinzipielles Einverständnis zur Unterstützung des Projektes im Sommer dieses Jahres gegeben. In naher Zukunft soll die Planung, die im Rahmen des von der EU geförderten Projektes Blue Spot - Hot Spot stattfindet, weiter fortschreiten.

RestauEco

Im 19. Und 20. Jahrhundert wurden viele Feuchtwiesen, Weiden und Laubwälder mit Fichten aufgeforstet, da arbeitsintensive landwirtschaftliche Praktiken, wie Loheschälen, Hüte Beweidung mit Schafen oder Obstanbau aufgegeben wurden und schnellwachsende Hölzer für den Bau benötigt wurden.

Die Fichtenwälder sind in den Ardennen jedoch nicht standortgerecht und führen unter anderem zur Versauerung der Böden, Erosion der Uferbereiche und mangelndem Lichteinfall. Da besonders Feuchtgebiete und deren Arten heute bedroht sind und Fließgewässer mit intakten Uferbereichen eine wichtige vernetzende Komponente für Lebensräume darstellen, hat sich das Projekt „Grenzüberschreitende ökologische Wiederherstellung“ das Hauptziel gesetzt die als prioritär eingestuften Talauen und Quellgebiete des Projektgebiets zu entfichten und anschließend in eine ökologisch sinnvolle Bewirtschaftung zu überführen.

Die Folgebewirtschaftung kann unterschiedlich aussehen: Entweder wird die kahlgeschlagene Fläche ihrer natürlichen Entwicklung überlassen und es entsteht ein für die Talauen der Ardennen typischer Erlen-Weidenwald oder die Fläche wird mit heimischen Laubhölzern aufgeforstet. Auch eine anschließende extensive Beweidung oder eine regelmäßige Mahd und Entbuschung ist möglich, wodurch artenreiches Grünland entsteht.

Zwei Länder und neun Partner, von dem der Naturpark Obersauer einer ist, arbeiten auf einer Fläche von 27 Gemeinden und 2 000 km2 in diesem Interreg IVA Projekt zusammen.

Decoupatri